Lebensmenü

Mein Lebensmenü selbst kreieren oder woher weißt Du, was am besten für mich ist?

Meine Lebensaufgabe ist es, selbst herauszufinden, was das Beste für mich ist, wo mein Weg lang führt, der nur für mich ganz allein vorbereitet ist – und zwar von mir selbst.

Wie das?

Nun, alles was ich bin, alles was ich in dieses Leben mitgebracht habe: meinen Körper, meine Talente und die Fähigkeiten, die ich auf meine Art erworben habe, sind die Zutaten, die ich mich ausmachen. Teils habe ich sie schon mitgebracht, teils habe ich sie erworben und zum Teil wurden sie mir auch geschenkt, damit ich diesen meinen ureigenen Weg finden und gehen kann.

Und wozu überhaupt dieser Weg?

Weil es Zeit gibt. Und Raum. Zeit mein Innerstes zu entfalten und in meinem Lebens-Raum zu verschenken. So jedenfalls macht es die Natur.

Warum mache ich es als Mensch nicht auch so?

Tja, ich habe erfahren, dass ich in meiner Art zu leben all das oben Gesagte und auch das Bewusstsein dafür besser verdränge und verdeckele mit dem Zeugs, das man mir von klein auf reinstopft.

Scheinbar wissen die anderen besser, was gut für mich ist. Sie scheinen auch den besten Lebensweg für mich zu kennen.

Eigenartig.

Glücklich war ich damit nie.

Woher wollen sie das eigentlich wissen, wenn sie den Kern meines Daseins gar nicht erahnen können?

Egal, Deckel drauf. Ist halt so. Von klein auf. Und bitte funktioniere auf der Arbeit, in der Beziehung, in der Freizeit und auch, wenn Du allein bist.

Auf diese Weise bin ich so abgelenkt von mir selbst und der Wahrheit, dass ich dringend etwas brauchte, um abschalten zu können. Eine Belohnung für das Ewig- brave-Funktionieren oder man könnte auch sagen eine Droge.

Im Bedeutungswörterbuch  des Duden von 1985 steht dazu:

Droge:: Rauschgift (bes. in Hinblick auf jemanden, der sich damit in einen entsprechenden Zustand versetzen will, süchtige, der danach verlangt, davon abhängig ist.)

Sinnv.: 1. Dope, Rauschgift, 2. Als Heilmittel verwendete pflanzliche oder tierische Substanz. Sinnv: Medikament.

Aha – Gift oder Heilmittel. Kurzfristig ein Heilmittel, langfristig Gift, so wie jedes Medikament.

So wie das Zudeckeln des wahren Menschen nicht dauerhaft funktioniert, so tut es auch die Droge nicht. Sie deckelt den Deckel meines Seins.

Das kann nur Menschen einfallen. Typisch für mich.

Um zurück zur Freiheit meiner Natur zu kommen, gehen ich doch lieber den Weg rückwärts.

Besser als rückwärtsgehen ist umdrehen. Ich habe mich zu mir selbst umgedreht und zuerst die giftigen Heilmittel weggelassen. Dann schaute ich wie in einer Küche unter jeden Deckel, um herauszufinden, welches Süppchen dort unbewusst in den Töpfen vor sich hin köcheln oder gar brodeln.

Ich probierte mit einem Löffelchen und stellte fest, dass mir einiges gar nicht schmeckte. Das eine war bitter oder verkocht, das andere zu lasch. Also nahm ich die Töpfe vom Herd und schaute bewusst nach den einzigartigen Zutaten, die ich immer bei mir habe als Lebens-Wanderkoch.

Neue Töpfe gefüllt mit meinen Gaben, gewürzt mit etwas Mut und Spucke und ich er-finde die vorzüglichsten Kreationen aus den wunderbaren Zutaten meines Selbst.

Zaubern wir doch alle endlich bewusst unser eigenes kreatives Lebensmenü, das uns sehr gut schmeckt und glücklich macht.

Vielleicht laden wir sogar Freunde ein und teilen mit ihnen freudig das Beste, das wir zu bieten haben.

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